Forschungsprojekt

Die Ökonomisierung der Kartografie – Handel und Marketing von Landkarten in Deutschland im 19. Jahrhundert

Zahlreiche ökonomische sowie gesellschaftliche Umbrüche kennzeichneten das 19. Jahrhundert. Gerade die Geografie und die Kartografie erlebten einen Methodenwandel so deutlich, wie kaum eine andere wissenschaftliche Disziplin. Im 19. Jahrhundert professionalisierten sich diese Fachbereiche mit großer Geschwindigkeit und begannen sich als eigene Fachdisziplin im Kanon andere Naturwissenschaften zu verorten.
Im Zuge der Industrialisierung und der erwähnten Professionalisierung der Geografie veränderte sich auch die Produktion und die Publikation von Landkarten. Neben der gewohnten Herstellung im Kupferstichverfahren konnten nun erstmals im industriellen Maßstab Landkarten mit den Mitteln der Lithografie vervielfältigt werden. Dieser technische Wandel erzeugte zugleich einen Wandel im Angebot und Verkauf von Landkarten, besonders im Bereich der Schulkartografie.
Ich beschäftige mich in meiner Dissertation eingehend mit der Frage der Konstitution eines sich stetig stärker wandelnden Marktes für kartografische Produkte in Deutschland und versuche die Marktteilnehmer sowie deren Beziehungsgeflecht untereinander zu ergründen. Welche Rolle spielten die Verleger in der Gestaltung und Entwicklung neuer Produkte im Bereich von Landkarten und Atlanten? Nach welchen Prinzipien versuchten Verleger ihre Produkte einer sich wachsenden Zahl potentieller Kunden im 19. Jahrhundert anzubieten? Gab es so etwas wie ein spezielles Kartenmarketing? Darüber hinaus erachte ich es als notwendig an, ebenso über die Grenzen des Marktes für Karten und Atlanten zu sprechen und die formellen, als auch die informellen Regeln des Marktgeschehens, wie z.B. das Urheberrecht, in die Untersuchung mit einfließen zu lassen.
Darüber hinaus beschäftigte ich mich im Rahmen meines Projektes auch mit den internationalen Beziehungen deutscher Kartenverleger am Beispiel der Geschäftsbeziehung zwischen dem Justus Perthes und dem Bartolomew Verlag in Edinburgh sowie zwischen John Murray und dem Baedeker Verlag in Koblenz und Leipzig.

Laufzeit: 02/2016 – 05/2020

Bearbeiter: Alexander Sievers, M.A.

Publikationen: Publikationsliste siehe: http://uni-mannheim.academia.edu/AlexanderSievers

Institution: Universität Mannheim; Lehrstuhl für Wirtschaftsgeschichte

Weitere Informationen:
Alexander Sievers
Universität Mannheim
Abteilung Volkswirtschaftslehre
Lehrstuhl für Wirtschaftsgeschichte
L7, 3 – 5
D-68131 Mannheim
Email: a.sievers@uni-mannheim.de

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