Achive, Bibliotheken, Sammlungen

Archives of the American Geographical Society, Milwaukee

Das Archiv der American Geographical Society besitzt Rechnungsbücher, Publikationen, Karten Fotografien, Korrespondenzen, Zeichnungen und Artefakte, ebenso Aufzeichnungen von Forschungsreisenden und geographischen Organisationen von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in das späte 20. Jahrhundert. In der Sammlung befinden sich die Nachlässe von William O. Field und C. Warren Thornthwaite. Ein Teil der Sammlung ist digital erschlossen

 

Archiv für Geographie, Leibniz-Institut für Länderkunde, Leipzig

Mit etwa 200 Nachlässen von Geographen, Forschungs­reisenden und Institutionen besitzt das Archiv des IfL die größte Sammlung geographiehistorisch bedeutsamer Dokumente im deutschsprachigen Raum. Gegründet wurde es 1902 von Alphons Stübel als „Archiv für Forschungsreisende“. Heute bietet das Archiv beste Voraussetzungen für Untersuchungen zur Wissenschafts- und Disziplingeschichte. Zu den bekanntesten Nachlässen zählen u.a. Alphons Stübel (1835–1904), Erich von Drygalski (1865–1949), Hans Meyer (1858–1929), Joseph Partsch (1851-1925), Albrecht Penck (1858-1945) und Friedrich Ratzel (1844–1904).

Akten geographischer Gesellschaften und zentraler Fachverbände gewinnen zunehmend an Bedeutung. Hervorzuheben ist das aus Rom übernommene Archiv der International Geographical Union (IGU). Das Bildarchiv umfasst historische Fotografien und Ansichtskarten sowie eine Gemäldesammlung. Das Archiv ist Partner im Kalliope-Verbund und der Deutschen Digitalen Bibliothek. Es engagiert sich im Arbeitskreis Archive der Leibniz-Gemeinschaft und bloggt unter Archive in der Leibniz-Gemeinschaft. Alle Nachlässe sind durch Findbücher erschlossen, in vielen Beständen können Nutzer online recherchieren.

 

Archiv des Geographischen Instituts der Universität Bonn

Das Archiv des Geographischen Institutes erschließt und bewahrt historische Dokumente zur Geschichte des Instituts und seiner Mitglieder. Dies sind überwiegend nicht gedruckte Dokumente wie Briefe, Manuskripte, Tagebücher oder Fotos. Die größten Bestände des Archivs sind die (Teil-) Nachlässe der Geographen und früheren Instituts-direktoren Alfred Philippson und Carl Troll. Die Findbücher hierzu können online eingesehen werden. Darüber hinaus existieren Dokumente zu Hans Günther Gewehr, Ernst Schmidt-Kraepelin (v.a. zur Luftbildforschung) und Rudolf Stickel. Vereinzelt werden auch Archivalien verwaltet, die aus den Geschäftsgängen des Instituts erwachsen sind, z.B. allgemeine Korrespondenz 1957-1975, Unterlagen zu Seminaren oder Diplomprüfungsordnungen. Das Archivbefindet sich in den Kellerräumen der Bibliothek. Das im Magazin der Bibliothek des Geographischen Instituts untergebrachte Archiv ist erst nach dem Umzug des Instituts in das Gebäude Meckenheimer Allee 166 („Alte Chemie“) aus den vorher an verschiedenen Stellen deponierten Nachlässen zusammengetragen und grob geordnet worden. Ein Bestandteil ist der nachträglich angereicherte Teilnachlass Alfred Philippson (1864-1953). Der übrige Bestand setzt sich aus dem privaten, dienstlichen und wissenschaftlichen Nachlass Carl Troll (1899-1975) und zahlreichen Nachlasssplittern u.a. von A. Rühl, R. Stickel, F. v. Richthofen, K. Wien, R. Schottenloher, P. Fickeler und E. Schmidt-Kraepelin zusammen. Der Bestand wurde 2013 um den Nachlass von Wilhelm Lauer (1923-2007) erweitert.

 

Collections, Royal Geographical Society in London

Die Sammlungen der Royal Geographical Society in London umfassen über zwei Millionen Dokumente, Karten, Fotografien, Gemälde, Zeitschriften, Artefakte und Bücher aus  500 Jahren Geographie, Reisen und Erkundung. Die Sammlungen unterhalten u.a. Materialien zu den Expeditionen von Heinrich Barth, Richard Francis Burton, David Livingstone, Robert Falcon Scott, Ernest Shackleton,  John Hanning Speke, Henry Morton Stanley und Eduard Vogel.

 

Geologen-Archiv Freiburg

Das Archiv enhält mehr als 100.000 Dokumente, neben Briefen sind dies Filme, Tonbänder, Karten, Zeichnungen, Feldbücher, Portraits und Medaillen. Die Fotothek umfasst mehr als 1.300 Fotos, weiterhin eine Sammlung von Nachrufen sowie teilweise auch Zeitungsnotizen, Lebensläufe, Todesanzeigen u.a. zu mehr als 2.500 Personen. Im Archiv befinden sich zahlreiche Nachlässe von Geologen des 20. Jahrhunderts, u.a. André Cailleux, Hans Cloos, Gerhard Einsele, Wolf von Engelhardt, Franz Goerlich, Georg Knetsch, Franz Kockel, Günter Möbus, Manfred Schidlowski, Eugen und Ilse Seibold, Wolfgang Soergel, Hans Stille, Curt Teichert und Eugen Wegmann.

 

Globenmuseum, Nationalbibliothek Wien

Im Globenmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek werden Globen sowie verwandte Instrumente erworben, erforscht und der Öffentlichkeit präsentiert, wie u.a.  Erd- und Himmelsgloben, Mond-und Planetengloben, Planetarien, Lunarien und Tellurien. Die Sammlung besitzt mehr als 470 Objekte und wird laufend erweitert.

 

Kartenabteilung, Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz

Die Kartenabteilung Staatsbibliothek zu Berlin wurde 1859 als eigenständige Abteilung gegründet, die Sammlung kartographischer Materialien reicht jedoch bis zur Gründungszeit der Bibliothek 1661 zurück. Als kartographisches Bestandszentrum der Bundesrepublik Deutschland erwirbt, erschließt und verwaltet die Abteilung aus allen Ländern und Erdteilen, u.a. Topographische Karten und Kartenwerke aller Länder und Zeiten. Im Bestand befinden sich originale Handzeichnungen preußischer Landesaufnahmen,  Atlanten, vornehmlich des 19. und 20. Jahrhunderts, Stadtpläne weltweit und in allen Typen, Ansichten und Veduten bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts, Militärkarten der Kartensammlung des 1919 aufgelösten Großen Preußischen Generalstabs, Globen mit Schwerpunkt auf deutschen Produkten zwischen 1800 und 1950, kartographische Sonderformen wie Reliefs, Wandkarten, Druckträger oder taktile Karten. Literatur über Kartographie und alle Facetten von der Geschichte bis zu Geo-Informationssystemen mit über 35.000 Bände, von denen ca. 4.500 in den Lesesälen aufgestellt sind. Karten können über den Stabikat und über die Altkartendatenbank/IKAR (gedruckte Karten bis zum Erscheinungsjahr 1850) ermittelt werden. Treuhänderisch verwaltet werden die alte Kartensammlung und Bibliothek der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin (umfasst ca. 15.000 Karten und 40.000 Bände bis 1939) und das Archiv der Deutschen Gesellschaft für Kartographie (DGfK). In die Bestände aufgegangen ist die Depotbibliothek der DGfK, darüber hinaus betreut die Kartenabteilung übernommene Behördensammlungen sowie weitere private Nachlässe.

 

Kartensammlung Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek, Dresden

Die Kartensammlung der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek Dresden verfügt neben wertvollen historischen Karten (u. a. nach Ptolemäus, von Münster, Ortelius, Mercator, Gerard de Jode und Blaeu) vor allem Karten von Sachsen sowie topographische Kartenwerke von Deutschland und Europa. Hinzu kommen zahlreiche Ortsansichten aus dem 17. – 19. Jahrhundert. In den letzten Jahren konnte der Bestand um fast 10.000 Einzelblätter vermehrt werden. Er umfasst aktuell ca. 180.000 Karten und Ansichten. Etwa 28.600 der wichtigsten kartographischen Quellen der Kartensammlung – insbesondere zur Geschichte und Landeskunde Sachsens – werden derzeit hochauflösend digitalisiert im Kartenforum angeboten.  Im neuen Virtuelle Kartenforum 2.0 können aktuell über 8.500 georeferenzierte Karten gesucht und in der 3D Ansicht dargestellt werden. Die erste sächsische topographische Landesaufnahme von 1780 -1806 im Maßstab 1:12 000 (367 Meilenblätter) wurde vollständig georeferenziert.

 

Kartensammlung, Deutsche Nationalbibliothek, Leipzig

Landkarten, Seekarten und Atlanten gehören seit 1913 zum Sammelgebiet der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig. Teilweise wurde die Sammlung rückwirkend ergänzt, so dass die Kartensammlung mit Ausnahme geheimer militärischer Karten relativ vollständig über das deutschsprachige Kartenmaterial des 20. und 21. Jahrhunderts verfügt. Die Sammlung umfasst insgesamt mehr als 255.000 Karten, darunter rund 4.000 Schulwandkarten und 5.000 Atlanten.

 

Sammlung Perthes Gotha

Die Sammlung Perthes ging aus den historischen Beständen des Gothaer Verlages Justus Perthes hervor. Sie überliefert ein einzigartiges Quellenmaterial zur Entwicklung der Kartographie und Geographie im 19. und 20. Jahrhundert. In der Geschlossenheit und Verflechtung ihrer Bestände dokumentiert die Sammlung die letzte Phase des Entdeckungszeitalters, während der das Innere der nichteuropäischen Kontinente und die Polargebiete erforscht wurden. Die bei Perthes verlegten Karten, Atlanten und Zeitschriften, allen voran „Stielers Handatlas“ und „Petermanns Geographische Mitteilungen“, prägten bis weit in das 20. Jahrhundert hinein das wissenschaftliche Bild der Erde und popularisierten es für eine breite Öffentlichkeit. Genealogisch-statistische Publikationen bildeten den zweiten Schwerpunkt des Verlagsprofils, darunter der „Almanach de Gotha“/„Gothaische Hofkalender“ als das maßgebliche biographische Lexikon des europäischen Adels. Die Sammlung Perthes wurde vom Freistaat Thüringen 2003 mit den Mitteln der Kulturstiftung der Länder erworben und in die Forschungsbibliothek Gotha integriert.

Die Sammlung umfasst neben einer Kartensammlung mit 185.000 Karten und einer umfangreichen Verlagsbibliothek mit 124.000 Bänden auch das Verlagsarchiv mit unzähligen Archivalien (800 laufende Meter). Es enthält Unterlagen des historischen Archivs des Perthes-Verlages (1785–1953), sowie des VEB Hermann Haack Geographisch-Kartographische Anstalt Gotha (1953–1992). Im Archiv sind als herausragende Zeugnisse der Kartenherstellung zahlreiche Druckplatten, vor allem Kupferplatten, erhalten. Hinzu kommen die Bestände der Redaktionsbibliothek und Schriftleitung des Gothaischen Hofkalenders. Einen Sonderbestand der Sammlung stellt die Bibliothek Henze dar. Da die ursprüngliche Ordnung der Sammlung an den Verlagsprodukten ausgerichtet war, sind in allen Sammlungsteilen auch Materialen aus den jeweils anderen Sammlungskomplexen überliefert. Eine Auswahl an digitalisierten Karten und Archivalien sind im GlobMapLab der Universität Erfurt (Sammlung Perthes) zugänglich.

 

Digitale Quellen

Kartensammlungen:

Fotosammlungen